Lieber Sozialdemokrat bleiben als SPD-Mitglied
Ich hab e lange Zeit überlegt, ob ich tatsächlich austrete oder nicht – finally habe ich zum Wochenende tatsächlich meinen Austrittsbrief geschrieben und abgesendet.
Urprünglich bin ich beigetreten, weil ich denke, daß eine soziale Politik einfach notwendig ist und wir insgeamt nur weiterkommen, wenn wir als Gemeinschaft handeln. Von der SPD hatte ich mir erhofft, daß diese am ehesten dazu in der Lage ist, so eine Politik umzusetzen.
In der Realität sah das ganze dann allerdings anders aus – seit die SPD Regierungsbeteiligung hat, ist die Schere zwischen Arm und Reich noch stärker auseinandergegangen. Zudem wurde unter der Regierungsbeteiligung der SPD eines der am menschenunwürdigsten Sozialprogramme aufgesetzt, die man je gesehen hat – Hartz IV.
Das sind nur einige der Punkte, die mich schließlich wieder zum Austritt bewogen haben – schließlich war allerdings die Beratungsresistenz und Borniertheit in der aktuellen Diskussion um das Zugriffskontrollgesetz ausschlaggebend, diesen Schritt zu tun.
Und auch die Antwortmail, die ich bekommen habe, gab mir recht. Statt einer Auseinandersetzung werden Allgemeinplätze und Phrasen gedroschen – unter anderem z. B. die tolle Aussage, das man eben lernen müsse, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Und natürlich “ist die aktuelle Politik die Beste für die Menschen” – vielleicht sollten die Damen und Herren an der SPD-Spitze einen Blick auf die Umfrageergebnisse werfen, bevor sie solche Aussagen tätigen. Das ist allerdings typisch für die aktuelle Politik: Sie wird im Elfenbeinturm gemacht, größtenteils ohne Kontakt zur Realität und ohne Berücksichtigung sachlicher Argumente oder Fakten – hauptsache gehandelt.
Kein Wunder, daß so viele Mitbürger und Mitbürgerinnen politikverdrossen sind bei dieser Art, wie uns Politik aktuell vorgesetzt wird.
Insgesamt eine Situation, in der mir klar wurde, daß ich diese Partei nicht mehr unterstützen will, da sie einfach nicht mehr die Politik macht, die ich mir erhofft habe.
Lieber Sozialdemokrat bleiben anstatt SPD-Mitglied.






Das Umdenken in der SPD müsste eigentlich schon längst geschehen sein, aber irgendwie hören die Damen und Herren die Einschläge nicht mehr.
Ich frage mich dabei, ob sie nicht hören wollen oder nicht hören können – Wenn ich als Partei sehen würde, daß meine Zustimmung im Volk so dramatisch abnimmt, dann würde ich mir doch endlich mal Gedanken machen, ob meine Politik so noch vom Volk und von den Parteimitgliedern akzeptiert wird.
Irgendwie habe ich aber den Eindruck gewonnen, daß man an den entscheidenden Stellen einfach auf Stur schaltet – eben Politik im Elfenbeinturm…